Katzenstreu – welche mögen Katzen am liebsten?

Im Handel sind mittlerweile eine ganze Reihe von verschiedenen Streusorten vertreten. Angefangen von nichtklumpender Streu über Klumpstreu in verschiedenen Feinheitsgraden bis hin zur Streu aus Holz ist alles dabei. Welche sollte es da sein?

Oft macht man sich darüber erst so richtig Gedanken, wenn die Katzentoilette nicht mehr akzeptiert wird. Spätestens dann sollte eine Überprüfung folgen, ob der Katze die Streu womöglich unangenehm ist.
Viele Katzen haben in jungen Jahren kein Problem mit verschiedenen Streusorten, doch je älter eine Katze wird, desto anspruchsvoller kann sie werden. Das ist bei den meisten Menschen nicht anders. Als junger Mensch arrangiert man sich meist ganz problemlos mit den schwierigsten Situationen. Vieles stört einen gar nicht. Ein paar Jahrzehnte später kann das ganz anders aussehen. Manches wird regelrecht unzumutbar.
So kommen Katzen jahrelang mit einer Streu zurecht, obwohl diese für sie nicht ideal ist. Kommt dann ein Stressfaktor hinzu, dann kann die Sache schon daneben gehen.

Die afrikanische Falbkatze, von der unsere heutige Hauskatze abstammt, bevorzugt in ihrer natürlichen Umgebung sandartige Plätze um sich zu lösen. Da Katzen sehr druckempfindliche Pfoten haben, ist ihr ein feinkörniger Untergrund am angenehmsten. Grobe Steinchen werden gemieden, da sie nicht nur unangenehm pieksen sondern beim Scharren auch noch kleine Risse in den empfindsamen Pfoten verursachen könnten.
Um es anschaulich zu machen: streuen sie mal etwas grobkörnige Streu auf den Boden und stellen sich barfuß darauf. Sie werden sofort wissen, was ich meine….

Daher empfiehlt sich grundsätzlich eine sandartige Klumpsteu(*), um Ihrer Katze das Klo so angenehm wie möglich zu machen. Denn nur, wenn der Katze ihre Toilette auch angenehm ist, wird sie sie regelmäßig benutzen. (* Eine Ausnahme wäre hier bei Kitten zu machen, die in den ersten Wochen manchmal wirklich alles fressen, was sich Ihnen bietet. Eine Klumpstreu kann hier lebensgefährlich werden. Daher bei Jungtieren bitte immer darauf achten, dass die Steu wirklich nicht gekostet wird.)

Wichtig: Bitte widerstehen Sie der Verlockung eine Streu zu verwenden, die Duftstoffe enthält. Es gibt sie in vielen Varianten und Duftnoten. Solche Streus sind von Menschen für Menschen gemacht. Die Bedürfnisse der Katze werden dabei leider vollständig ignoriert. Oft werden Duftstoffe verwendet, die keine normale Katze als angenehm bezeichnen würde. Über Apfel-, Vanille- oder gar Zitrusduft in Katzenstreu möchte ich mich an dieser Stelle nicht näher auslassen…..

Das, was für den Menschen angenehm frisch riechen soll, ist für ein Tier, das über einen hochsensiblen Geruchssinn verfügt, absolut unzumutbar. Da Katzen Gerüche mit (wenigstens) 10facher Verstärkung wahrnehmen können, kann ein solcher Duftstoff im Extremfall sogar dazu führen, dass die Katze ihre Toilette verweigert. Und dass sich auch allergieauslösende Stoffe darunter befinden könnten, sollte man zumindest in Erwägung ziehen, wenn Mensch und Katze bereits mit Allergien zu kämpfen haben. Eine regelmäßige Reinigung der Katzentoilette und angemessenes Lüften ist sicher immer noch die angenehmste und gesündeste Lösung.

Offene Katzentoilette vs. Haubenklo – welches ist die bessere Lösung?

Viele Katzenhalter sind gezwungen ein gewisses Feingefühl aufzubringen, wenn es um Lage und Beschaffenheit von Miezes stilles Örtchen geht. Was der Mensch als passend empfindet, ist für manche Katzen schlicht und ergreifend unzumutbar.

Dazu muss man hier zwischen menschlichen Vorstellungen und den Bedürfnissen der Katze unterscheiden:
Menschen sind geneigt sich fürs kleine und große Geschäft zurückzuziehen. Sie gehen dazu möglichst in einen Raum, den sie hinter sich abschliessen können. Schließlich will man ja nicht gestört werden.

Auch eine Katze möchte dabei nicht gestört werden. Für sie ist der Faktor Sicherheit auch von großer Bedeutung. Allerdings hat sie, was dies angeht, so ihre eigenen Vorstellungen.

Zum natürlichen Verhalten einer freilebenden Katze gehört, dass sie zum Absetzen von Kot und Urin Plätze aufsucht, die einerseits geschützt sind und von denen sie andererseits ihr Umfeld gut überblicken kann. Sehen aber selbst nicht gesehen werden ist ganz wichtig, da Katzen nicht nur andere Katzenkonkurrenten fürchten müssen sondern auch Fressfeinde haben.

Haubentoiletten kommen diesem Sicherheitsbedürfnis der Katze nicht nach, da die Katze von
innen die Umgebung nicht gut überblicken kann. Sie weiß also nicht, was draußen um sie herum vorgeht und kann z.B. durch Geräusche schnell verunsichert werden.

Dazu kommt noch der Umstand, dass sich unter der Haube (extrem bei solchen mit Klappe vorn) die Gerüche sehr ansammeln. Ganz schnell sieht sich die Miez vor einer Geruchskulisse, die man nur noch mit „Baustellen-Klo im Hochsommer“ umschreiben kann. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass eine Katze über einen Geruchsinn verfügt, der der menschlichen Wahrnehmung mit ca.10 facher Verstärkung überlegen ist, dann ist es nicht verwunderlich, dass so manche Katze irgendwann ihre Haubentoilette verweigert und sich andere Plätze sucht.

Ich kann also grundsätzlich nur für eine möglichst geräumige, offene Katzentoilette plädieren. Idealerweise sind es pro Katze im Haushalt mindestens eine Toilette plus eine weitere, da Katzen ihren Urin und Kot gern an verschiedenen Plätzen absetzen.

Leider gibt es unter den Miezen aber auch extreme Buddler oder Stehpinkler, bei denen das Aufstellen von offenen Toiletten keine saubere Angelegenheit darstellt. Hier muss dann ein Kompromiss gefunden werden.
Für die Kandidaten die meinen, ganze Erdschichten aufwühlen und umgraben zu müssen, sind Mörtelwannen oder auch Waschwannen mit sehr hohem Rand eine gute Lösung. Man bekommt sie meist recht günstig in Baumärkten.

Die Stehpinkler unter den Katzen stellen ein weiteres Problem dar. Entweder hocken sie sich erst artig hin und gehen während des Urinabsetzens mit dem Po immer weiter nach oben oder sie setzen gleich ganz gekonnt einen Urinstrahl gegen die Wand hinter dem Klo. In beiden Fällen schreit dies natürlich nach einer schnellen und sauberen Lösung.
Für solche Fälle gibt es z.B. Katzentoiletten mit Visieröffnung.

Das Vorteilhafte an dieser Katzentoilette (auf den ersten Blick eine Haubentoilette) ist, dass man den vorderen Teil der Haube gänzlich abnehmen kann. Man kann von der Toilette auch nur die Schale und den hinteren Teil der Haube verwenden. Da die meisten Katzen nicht gern mit dem Kopf Richtung Haubeninneres sitzen, kann man davon ausgehen, dass das Hinterteil der Katze auch nach hinten in die Haube hinein zeigt (also während des Stehpinkelns). In vielen Fällen hat sich diese halboffene Toilette schon bewährt.